Orsoy

die Stadt im Grünen

  • Pulverturm (Mühlenturm) – der im Volksmund Pulverturm genannte 18 Meter hohe Eckturm der alten Stadtmauer ist um 1550 erbaut worden (Wandstärke bis zu 2 Meter). Seit dem 17. Jh. diente er bis 1865 als Mühlenturm für eine Windmühle. Teile der restaurierten Stadtmauer grenzen direkt an den Turm, d.h. der Pulverturm war der einzige der vier Ecktürme, der direkt in die Stadtmauer integriert war.
  • Stadtmauer – erste Ringmauer um 1438 entstanden. Höhe bis zu 8 Meter (Stärke 1,25 Meter), in der maximalen Ausbaustufe waren bis zu elf Türme sowie vier Stadttore an der Mauer vorhanden. Die Stadtmauer ist etwa zur Hälfte erhalten und wurde 1974–1976 restauriert.
  • Katholische St. Nikolaus-Kirche (dreischiffige neugotische Hallenkirche), 1843 bis 1847 erbaut, schwer beschädigt im März 1945 und ohne Turmhelm wieder aufgebaut im Jahre 1951. Endgültige Restaurierung erfolgte von 1971 bis 1974. Bedeutend sind der altniederländische Hochaltar und vier Altarflügel von Colijn de Coter, beide um 1500 entstanden. Zum Ende des Zweiten Weltkrieges im März 1945 wurde der Turm der Kirche durch Beschuss von der anderen Rheinseite zerstört. Die deutschen Einheiten der Wehrmacht vermuteten eine Nutzung des Turmes durch vorrückende Artilleriebeobachter und Funker der US-Army.
  • Evangelische Kirche Orsoy, um 1450 als Um- und Erweiterungsbau einer älteren Anlage entstanden. Stufenhallenkirche als Backsteinbau im spätgotischen Stil. Ursprünglich dem St. Nikolaus geweiht, wird die Kirche unter niederländischer Besetzung 1632 den Reformierten zugewiesen und ist seitdem protestantisches Gotteshaus. Sehenswert: Älteste evangelische Kanzel am Niederrhein (1551). Umfangreiche Sanierungsmaßnahmen zwischen Frühjahr 2010 und Herbst 2012. Wiedereröffnung am 16. Dezember 2012.
  • Ehemalige Synagoge – die Jahrzehnte überdauert hat auch die ehemalige Synagoge auf der Seilerbahn. Im Jahre 1866 erbaute die Orsoyer jüdische Gemeinde diese Synagoge mit Schulhaus. Sie hat das Dritte Reich – und damit die Novemberpogrome – wahrscheinlich nur deshalb überstanden, weil sie bereits 1938 als Wohnhaus diente. Die Wohnnutzung besteht bis heute.
  • Ehemalige Akzise-Wegezollstelle der Stadt Orsoy am Hafendamm (Nähe Egertor). Erbaut Anfang des 18. Jahrhunderts (um 1710). Das Gebäude wurde 1980 (durch private Spendengelder) von Grund auf vorbildlich restauriert.
  • Rathaus, nach der vollständigen Zerstörung Orsoys durch die Spanier 1586 wird auch das Orsoyer Rathaus um 1600 neu aufgebaut. Im Gebäude befindet sich noch eine begehbare alte Gefängniszelle.
  • Ehemalige Tabakfabrik (am Südwall) – nach Kriegsende jahrzehntelang Ruine und inoffizieller Abenteuerspielplatz. Wurde in den 1990ern aufwändig saniert und zu Wohnraum umgebaut.
  • An der Rheinpromenade verfügt Orsoy über einen eigenen Schiffsanleger. Während der Sommermonate halten hier regelmäßig Passagierschiffe (z.B. Riverlady, Rheinkönigin) auf dem Weg nach Duisburg oder in Richtung Holland.
  • Hochwasserschutztor – erbaut im Jahre 1937 im Rahmen der damals durchgeführten massiven Erhöhung und Verstärkung der Rheindeiche am Niederrhein. Das Tor ist in Anlehnung an die historischen Festungstore der Stadt Orsoy gestaltet worden und vermittelt so auch einen Eindruck über die Dimension einer historischen Toranlage. Die Anlage wurde Ende der 1990er komplett saniert, auf der Rheinseite befinden sich diverse Hochwasserstandsmarken. 


  • Der Bürgerschützenverein Orsoy übernimmt seit Jahren die ehrenamtliche Pflege dieses charakteristischen Gebäudes; bei Hochwasser wird das Tor durch die Freiwillige Feuerwehr Orsoy verschlossen.
BSV-Orsoy
  • In der Nähe von Orsoy überquert eine zweikreisige 380-kV-Leitung den Rhein an zwei je 105 Meter hohen Freileitungsmasten; die Spannweite zwischen den beiden Masten beträgt 545 Meter.
  • Nördlich des Ortes liegt der Rheinhafen Orsoy der NIAG.